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Laufende Dissertationsprojekte am Studiengang

Sally Mary Riedel

Migrationsbewegungen und Transnationalisierungsprozesse haben in Europa eine veränderte religiöse und ethnische Pluralität zur Folge. Mehrfachzugehörigkeiten werden somit immer mehr zu Alltagsrealitäten für eine Vielzahl von Menschen. Eine „deutsche“ Pluralität stößt in der breiten Dominanzgesellschaft allerdings noch immer auf Abwehr. So wird die Debatte um die Zugehörigkeit und Teilhabe von MuslimInnen und anderen ethnischen und/oder religiösen Minderheiten in Deutschland mit Ängsten, Ressentiments und rassistischen Abwehrreaktionen geführt.

Meine Dissertation verfolgt das Forschungsinteresse, Basisinformationen über afrikanisch-muslimisches Gemeindeleben in Deutschland zu gewinnen. Gleichzeitig  sollen Grenzziehungsprozesse von in Deutschland sozialisierten Jugendlichen, mit muslimischer Religionszugehörigkeit und westafrikanischen Wurzeln, erhoben werden. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Betrachtung, ob und wie sich gegenwärtige antimuslimische Tendenzen, Fremdzuschreibungen und Kategorisierungen auf die Selbstverortung  auswirken und welche weiteren identitätsbildenden Diskurse relevant sind.

Primär sollen Lebenswirklichkeiten schwarzer MuslimInnen fokussiert werden, indem  verschiedene Handlungsarenen sowie lokale und (spezifische) Alltagspraxen und Prozesse von Aushandlungen erfasst werden.

Sally Mary Riedel studierte Ethnologie (Magister Artium) an der Universität Hamburg. Sie beschäftigt sich sowohl wissenschaftlich als auch in der Praxis mit Themen um Migration, Rassismus, Diversität und Teilhabe in der Einwanderungsgesellschaft. Freiberuflich gibt sie Workshops im Bereich Interkulturelle Kommunikation und Antidiskriminierung. Seit 2015 ist sie Projektkoordination der Jungen Islam Konferenz in Hamburg, ein Projekt der Stiftung Mercator und der Hamburger Behörde für Arbeit, Familie, Soziales und Integration.

Nicola Thomas

Currently European cities are not only witnessing a transformation of their spatial structures, but also of their planning structures, though little knowledge exists how both are interrelated. This is the starting point for this phd thesis, which explores the effect changing planning time regimes have for users of urban space by drawing upon the example of transformation processes of allotment gardens.

Allotment gardens are currently undergoing significant changes in their time structures as well as in their spatial structures. Allotment plots, which in many cases have been rented out for decades, sometimes even passed down from one generation to the next, with users developing a strong attachment to their plot, are increasingly facing redevelopment pressure from competing land uses. Many garden sites are increasingly being viewed as constituting an underused greenfield land, often sold and used as construction land for new housing projects instead. In recent years the plans for redevelopment has meant that for many gardens the future and remaining time frame is insecure and the threat of dislocation real.

This phd thesis examines three case studies in the cities Copenhagen, Hamburg and Basel, that each are at different transformation stages: in the first case the gardens have been already been built over, in the second the dislocation is pending, and in the third case the dislocation lies in the distant future. Reconstructing the transformation processes in the three case studies, the study will analyze how the restricted timeframe of the gardens are/were perceived by the users, and how the garden association collectively reacted to the dislocation threat (e.g. through the formation of a protest movement).

The aim of the thesis is to analyse the effect the restricted temporal use structures have/had on its users, asking also how temporal politics are being used as a strategy of power by public stakeholders.

Nicola Thomas is a Sociologist and Urbanist, who studied in Vienna, Copenhagen and London. Currently she is working as a researcher at the department of Social Planning, Organizational Change and Urban Development at the University of Applied Sciences and Arts Northwestern Switzerland. Her areas of research and specialisations are ethnographic architectural research, green urbanism and urban social movements.

YUCA MEUBRINK

The overall aim of this research is to deconstruct step by step the several dimensions and power relations associated with the 'poor door' phenomenon which spatially segregates rich and poor residents in new residential buildings in London and New York City. This eases the way to understand how this local issue relates to national as well as global urban policies and how these policies tap into established discourses of urban neighborhood problems, transformations and the housing market. This research project is first of all interested in understanding residents’ experiences, finding out how they feel about their homes, communities and environments. From there it wants to unravel the specific policies, actors and practices associated with the 'poor door' phenomenon to be able to assess how this (un)intended territorialization of recent social mixing policies affects the urban neighborhood and what this might mean for both the provision of affordable housing and the social mix of residents.

Yuca Meubrink hat Nordamerikastudien und Europäische Ethnologie in Berlin studiert. Seit März 2014 unterstützt sie die Professur für Stadtanthropologie/-ethnographie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin. Zudem ist sie seit 2014 Redaktionsmitglied von s u b \ u r b a n. zeitschrift für kritische stadtforschung.

SÖNKE KNOPP

Urbane Musikkulturen sind im Kontext der aktuellen Debatten über das kreative Potential von Städten ein überaus spannendes Forschungsfeld, in Hamburg im Speziellen vor dem Hintergrund eines traditionell äußerst vielfältigen Spektrums an musikalischer Performanz.

Das ethnographisch angelegte Promotionsprojekt verfolgt aus unterschiedlichen Perspektiven das Entstehen eines Stadtlabels („Musikstadt Hamburg“), begleitet dabei verschiedenste Akteure aus musikalischer Praxis, städtischer Verwaltung und Musikindustrie und versucht die jeweiligen Versionen der vermeintlichen Musikstadt nachzuzeichnen.

Die Studie soll einen Beitrag zur Analyse stadtpolitischer und gesellschaftlicher Kräfteverhältnisse leisten und darüber hinaus darüber hinaus – durch ihre theoretische Reflexion – eine Erweiterung der Schlüsselbegriffe kulturanalytischer Stadtforschung ‚Textur, imaginaire, Habitus’ in die Richtung eines diversitären und pluralen Verständnisses dieser Begriffe als ‚Texturen, Imaginationen und Habitus’ darstellen.

Sönke Knopp studierte Volkskunde/Kulturanthropologie, historische Musikwissenschaften und Betriebswirtschaftslehre sowie Museumsmanagement in Hamburg und Zürich. Von 2013 bis 2015 war er als Stipendiat der Historischen Museen Hamburg am Museum für Hamburgische Geschichte mit verschiedenen Ausstellungsprojekten betraut, u.a. mit der Konzeption einer Sonderausstellung zum Thema „Musikstadt Hamburg“. Seit 2015 ist Sönke Knopp als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der HCU tätig, zunächst im Referat für Forschung, seit 2016 am Lehrstuhl für Kulturtheorie und kulturelle Praxis im Studienprogramm Kultur der Metropole.

Katrin Klitzke

Seit den 1990er Jahren haben temporäre architektonische und künstlerische Projekte, die verstärkt Laien und Betroffene involvieren, in den Debatten um Konzepte der Stadtentwicklung und Stadtplanung an Bedeutung gewonnen. Das Architektenkollektiv raumlaborberlin gilt in diesem Zusammenhang als wichtiger Akteur. In ihrer Selbstdarstellung formulieren sie ein prozessuales Verständnis von Stadt und Urbanität; Städtebau verstehen sie als „kulturelles Projekt“ und ihre Rolle darin vor allem als Impulsgeber.

 

Die ethnografische Arbeit „Temporäre Raumgestaltungen“ untersucht an einem Fall – dem Projekt Eichbaumoper – die Arbeitsweisen von raumlaborberlin und arbeitet Praxisbereiche, Akteursverbindungen, Konfliktfelder und historische Verbindungslinien qualitativ heraus. Die Arbeit möchte auf diese Weise einen empirischen Beitrag zu den architektonischen und planerischen Debatten um partizipative, interventionistische und künstlerische Projekte leisten.

 

Katrin Klitzke hat einen BA in Soziologie der University of Sussex (GB) und einen Magisterabschluss in Europäischer Ethnologie, Soziologie und Politikwissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin. Von 2008 bis 2011 war sie Stipendiatin im interdisziplinären DFG-Graduiertenkolleg „Kunst und Technik“ in Hamburg. Von 2009 bis 2013 war sie Lehrbeauftragte im Masterstudiengang Urban Design an der HafenCity Universität Hamburg.

 

Juliane Zellner

Megacities sind rasant anwachsende städtische Agglomerationen, die mit über 10 Mio. Einwohnern nichts mehr mit einer herkömmlichen Großstadt gemein haben. Fragmentiert und polyzentrisch in ihrer Struktur, bilden sie überbevölkerte Orte des Chaos am Rande des sozialen und logistischen Kollaps. Die Forschung widmet sich seit Jahrzehnten den dabei entstehenden Folgen für den Verkehr, die Umwelt, das Gesundheitswesen oder den Wohnungsmarkt; die Auswirkungen dessen auf den Kulturbereich bleiben hingegen weitgehend unangetastet: Doch welche Folgen ergeben sich aus dem städtischen Kontext einer Megacity für den Kultursektor? - Welche Rolle spielt dieser in einer Megacity?

Diese Studie verfolgt die These, dass sich durch die überlasteten, fragmentierten und polyzentrischen Stadtstrukturen einer Megacity spezifische Kulturszenerien ausbilden, in denen die Position und Funktion von Kultur in der Stadtgesellschaft neu verhandelt wird. So erfordert die Dimension der Stadt beispielsweise die Überlegung, wo und wie sich die verschiedenen Kultureinrichtungen platzieren, um möglichst viele Besucher anzusprechen.

Das Augenmerk der Untersuchung liegt nicht auf einzelnen kulturellen Institutionen, sondern auf der relationalen Konstellation verschiedener Kulturformate im Stadtraum. Einbezogen werden Beispiele für permanente, flüchtige, formelle, informelle, global und lokal ausgerichtete Kulturformate aus unterschiedlichen Stadtvierteln. Als Fallstudien wähle ich die Kulturszenerien der Megacities Buenos Aires und Istanbul. Trotz geographischer Distanz sowie tiefgreifender historischer, sozialer und kultureller Unterschiede finden sich in diesen beiden Städten ähnliche urbane Entwicklungsprozesse. Eine kontrastierende Darstellung von Buenos Aires und Istanbul ermöglicht es, exemplarisch die räumliche Ausprägung lokaler Phänomene ebenso wie globaler Muster in den Kulturszenerien von Megacities sichtbar zu machen.

Juliane Zellner studierte Theaterwissenschaft (Magister Artium) in München und Urban Studies (MSc.) in London. Seit Oktober 2013 promoviert sie an der Hafencity Universität im Fachbereich Kultur der Metropolen. Sie ist Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes.

Hilke Berger

Partizipatorische Kunstformen haben seit Jahren Hochkonjunktur und sind Ausdruck eines auch gesellschaftspolitisch immer deutlicher werdenden Bedürfnisses nach mehr Beteiligung und Möglichkeiten der (Mit)Gestaltung. Seit den 1990er Jahren lässt sich quer durch alle Kunstpraxen ein Paradigmenwechsel von repräsentativen zu relationalen Arbeiten aufzeigen, die sich vermehrt an der Schnittstelle zu sozialen Projekten bewegen und damit nicht nur im Sinne des erweiterten Kunstbegriffs etablierte Grenzen in Frage stellen, sondern auch vermehrt Einfluss auf gesellschaftliche Prozesse haben.

Im Fokus dieser Arbeit stehen Projekte mit dem gemeinsamen Ziel, durch die Aktivierung des Zuschauers, Prozesse in Gang zu setzten, die über eine ästhetische Setzung weit hinausgehen. Aspekte des Sozialen werden bewusst in, für und durch die Kunst erschlossen. Verhandelt werden hierbei Fragen der Kulturgeschichte, der sozialen Lebensbedingungen und der Stadtentwicklung. Die Trennschärfe zwischen sozialen Projekten, Kunst oder politischer Aktion ist aufgehoben. Im Spannungsfeld unterschiedlicher Kunstgattungen unterlaufen solche Arbeiten tradierte Sehgewohnheiten, lassen institutionalisierte Rahmen hinter sich und schaffen so neue Räume sozialer und kultureller Interaktion.

Untersucht werden Projekte, die eben jene Grauzone zwischen Kunst und Politik mit sozialen Aktionen füllen: Arbeiten, die etablierte Grenzen in Frage stellen, die keine pädagogische Kunst machen und doch sozialen Charakter haben. Sie alle eint die dominierende Thematisierung des öffentlichen- und sozialen Raums sowie eine kritische Infragestellung der zunehmenden Privatisierung des städtischen Raums.

Die Arbeit gliedert sich in zwei Teile: einen wissenschaftlich analytischen und einen künstlerisch-forschenden Teil. Die wissenschaftliche Analyse wird an exemplarischen Beispielen vollzogen. Dabei sollen Fragen nach dem grundsätzlichen Potential künstlerisch initiierter (Sozial)Projekte mit der kunsthistorischen Entwicklung zusammengedacht werden. Im zweiten, künstlerisch-forschenden Teil der Arbeit, werden Versuchsanordnungen entwickelt, in deren Rahmen sowohl neue Formate des Zugangs als auch ganz konkrete Beispiele für künstlerische Projekte an der Schnittstelle zum Sozialen vorgestellt und ausprobiert werden sollen.

Hilke Berger ist Theaterwissenschaftlerin sowie Kommunikations- und Medienwissenschaftlerin. Sie war für unterschiedliche Festivals und interdisziplinäre Kunstprojekte tätig. Seit März 2011 beschäftigt sich die wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Künstlerische Forschung mit der Schnittstelle zwischen Kunst und Wissenschaft. Hilke Berger ist Assoziierte im Graduiertenkolleg "Versammlung und Teilhabe. Urbane Öffentlichkeiten und performative Künste"

Frederieke Neisskenwirth

Die Dissertation liefert einen Beitrag zur zeithistorischen Einordnung der europäischen Einigungsgeschichte. Gefragt wird nach den Partizipationsmöglichkeiten der Zivilgesellschaft im politischen Aushandlungsprozess der unmittelbaren Nachkriegszeit. Ein erster Impuls für ein zivilgesellschaftliches Europaengagement im vollkommen zerstörten Nachkriegsdeutschland ging dabei von niederländischen Europaaktivisten aus. Sie gaben Starthilfe für den Aufbau der europaföderalistischen Verbandsarbeit. Wer engagierte sich in den ungleichen Nachbarstaaten für die Idee eines vereinten Europas? Wie funktionierte die Zusammenarbeit über die Grenze hinweg? Welche Visionen über die Zukunft Europas waren verbreitet? Ein besonderes Interesse richtet sich auf die Akteure – sowohl in ihrer Funktion als Vordenker als auch als Handelnde.

Inhaltliche Zusammenarbeit mit:

•    Das Dissertationsprojekt wird betreut von Prof. Dr. Friso Wielenga, Westfälische Wilhelms-Universität Münster und Prof. Dr. Duco Hellema, Universiteit Utrecht
•    DFG-Graduiertenkolleg „Zivilgesellschaftliche Verständigungsprozesse vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart - Deutschland und die Niederlande im Vergleich“ (heute Forschungsgruppe) am Zentrum für Niederlande-Studien, Westfälische Wilhelms-Universität Münster
•    Forschungsaufenthalte im Nationaal Archief, Den Haag und im Archiv der sozialen Demokratie, Bonn

 

Frederike Neißkenwirth ist Historikerin. Sie war für die Koordination und Finanzierung eines grenzüberschreitenden Europaprojekts an der Universität Münster verantwortlich und zudem in Hamburg als freie Lehrbeauftragte im Bereich Kultur und Medien tätig.

Inga Reimers

Als biologische Notwendigkeit sind die Praktik des Essens und damit verbundene Prozesse des Erwerbs von Nahrungsmitteln und ihrer Zubereitung allgegenwärtig. Darüber hinaus scheint es nicht nur in den letzten Jahren immer wieder Diskurse und Entwicklungen zu geben, die Essen als Produkt und Praktik auf verschiedenste Arten und Weisen thematisieren; sei es in Form von Lebensmittelskandalen, Kochsendungen, der Slow-Food-Bewegung, Eat Art oder in Supper Clubs und verschiedensten Koch- Events.

Auch Akteure wie Stadtentwicklungsbüros, Nachbarschaftsinitiativen, Firmen oder politische Gruppierungen veranstalten Ess- und Kochaktionen und verfolgen mit diesen verschiedenste Ziele. Diese Intentionen und Zuschreibungen an das Thema sowie die Praktik des kollektiven Essens und Kochens steht im Mittelpunkt der Dissertation. Diese so genannten Ess-Settings lassen sich aus unterschiedlichen Perspektiven beschreiben. Dazu zählen u.a. die sinnliche und die soziale Perspektive sowie die Aspekte der Repräsentation, des Performativen oder des Stereotypen. 

Ess-Settings können demnach als Forschungsversammlungen und Labore betrachtet werden, in denen kollektiv Themen bearbeitet werden. Im Mittelpunkt stehen dabei die Fragen, wie sinnliche Wahrnehmungen und Atmosphären in solchen Situationen zur Sprache kommen. Wie wird Implizites greifbar? Wie entstehen Dynamiken zwischen den teilnehmenden Personen und den Dingen? Was transportiert das Essen (nicht)? Was wird der kollektiven Nahrungsaufnahme und -zubereitung dabei zugeschrieben?

Die Forschung basiert auf einem ethnographischen Vorgehen, indem unterschiedliche Ess-Settings besucht und dicht beschrieben sowie Teilnehmende befragt werden. Darüber hinaus werden auch eigene Ess-Settings initiiert und dabei offene Fragen erprobt sowie mit dem Format des Forschungsdinners experimentiert.

Inga Reimers ist Kulturanthropologin. Zwischen Januar 2010 und April 2014 war sie als Studiengangskoordinatorin für Kultur der Metropole tätig. Seit Oktober 2013 unterstützt sie zudem die Professur Stadtanthropologie/-ethnographie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin. Außerdem war Inga Reimers Kunst- und Musikredakteurin bei den "Konspirativen KüchenKonzerten". Zwischen Mai 2012 und Dezember 2014 war sie Assoziierte im Graduiertenkolleg "Versammlung und Teilhabe. Urbane Öffentlichkeiten und Performative Künste".


Abgeschlossene Dissertationsprojekte am Studiengang

Dominik Scholl | 2014

Die Arbeit geht aus einer ethnografischen Perspektive der Frage nach, wie unterschiedliche Akteure ihre Selbstständigkeit als ein Ausbalancieren zwischen Autonomie und Prekarität gestalten. Dabei werden diese gelebten Arbeitsarrangements dahingehend untersucht, welche neuen Formen und Verständnisse von Arbeit darin entstehen und wie diese jenseits der etablierten Begrifflichkeiten konzeptualisiert werden können. Die Auswahl der einzelnen Akteurinnen, Akteure und Felder folgt daher der Suche nach Varianten von Arbeit, aus denen sich modellhaft neue Fragen und Perspektiven auf das Forschungsfeld Arbeit und Nicht-Arbeit entwickeln lassen.

Dominik Scholl war von November 2010 bis März 2014 Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Stadtanthropologie/-ethnographie. Seine Schwerpunkte in der Lehre waren qualitative Methoden der Stadtforschung, journalistisches und kreatives Schreiben sowie Kollaborationen zwischen Wissenschaft und Kunst. 2014 schloss er seine Promotion ab zum Thema: "Narrative der Arbeit. Ethnografische Perspektiven auf Tätigsein, Sorge, Hilfe und Austausch" (publiziert unter dem Titel: "Arbeit anders denken. Ethnografische Perspektiven auf Narrative der Arbeit").