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In Praise of Detours - Abschiedsvorlesung von Prof. Dr. Gernot Grabher

Die Würdigung eines Wissenschaftlers, dessen Arbeit immer wieder dazu anregt, gewohnte Wege zu verlassen, Umwege ernst zu nehmen und gerade im Unerwarteten neue Möglichkeiten zu entdecken.

Im Juli verabschiedete die HafenCity Universität Hamburg (HCU) Prof. Dr. Gernot Grabher mit seiner Farewell Lecture „In Praise of Detours: Steel Towns, Olympic Games, AI Farms, and Other Things that Shouldn’t Work“. Im Mittelpunkt seines Vortrags stand die produktive Kraft von Umwegen, unerwarteten Verbindungen und scheinbar widersprüchlichen Entwicklungen.

Die Veranstaltung brachte internationale Gäste und renommierte Wissenschaftler:innen zusammen. In seiner Begrüßung würdigte Präsident Prof. Dr. Jörg Müller-Lietzkow die herausragende Arbeit Grabhers. Prof. Dr. Ash Amin von der University of Cambridge, Prof. Dr. Johanna Mair vom European University Institute in Florenz (School of Transnational Governance) und Prof. Dr. David Stark von der Columbia University New York bereicherten mit ihren Kommentaren den Abend mit unterschiedlichen Perspektiven auf Gernot Grabhers wissenschaftliches Werk und seine langjährige Forschung.

Prof. Dr. Gernot Grabher war seit 2009 Professor für Stadt- und Regionalökonomie an der HafenCity Universität Hamburg. In seiner rund 40-jährigen wissenschaftlichen Laufbahn hat er die internationale Forschung zu regionalem Strukturwandel, Innovation, Netzwerken und kreativen Prozessen maßgeblich mitgeprägt. Zu seinen jüngeren Forschungsschwerpunkten zählen Smart Cities, digitale Plattformen und die Auswirkungen der Digitalisierung auf Städte und Regionen. Seine Arbeiten verbinden Wirtschaftsgeographie mit Organisations- und Stadtforschung und zeichnen sich durch eine konsequente Auseinandersetzung mit Veränderung, Unsicherheit und unerwarteten Entwicklungspfaden aus. 

Der Abend war zugleich Rückblick und Ausblick – die Würdigung eines Wissenschaftlers, dessen Arbeit immer wieder dazu anregt, gewohnte Wege zu verlassen, Umwege ernst zu nehmen und gerade im Unerwarteten neue Möglichkeiten zu entdecken. 

Ganz in diesem Sinne kehrt Gernot Grabher über den Umweg Wien im kommenden Frühjahr an die HCU zurück: Gemeinsam mit der Technische Universität Wien plant er ein vergleichendes Projektseminar zu stadtregionalen Transformationsprozessen. Außerdem bietet sich noch ein weiterer Umweg an: ein Tischler-Praktikum – nach jahrzehntelanger Kopfarbeit, nunmehr Zeit für Handarbeit.