Aktuelles

Schneller, einfacher, stressfreier Reisen - Projekt FPOplus erfolgreich beendet

Abgeschlossenes Forschungsprojekt FPOplus untersuchte im Hamburg Living Lab wie modernste Digitaltechnologien das Nutzererlebnis an Bahnhöfen optimieren können

Mit einer interaktiven Präsentation wurde am 20. April das Forschungsprojekt FPOplus (Fahrplanoptimierung „plus“) der HafenCity Universität Hamburg in der Gleishalle Oberhafen abgeschlossen. Die Teilnehmenden konnten dabei selbst aktiv werden und das Hamburg Living Lab in der Gleishalle ausprobieren. Mit der Verzahnung von realer Infrastruktur und Simulation im Digitalen Zwilling konnten intelligente Prognosemodelle zur vorausschauenden Steuerung von Fahrgastströmen entwickelt werden. Ziel ist es, eine bessere Auslastung von Nahverkehrs- und Regionalzügen zu ermöglichen und so die Mobilität schneller, effektiver und stressfreier zu gestalten.

Staatssekretär Thomas Jarzombek vom Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) konnte das Living Lab gemeinsam mit Prof. Dr. Jörg Müller-Lietzkow, Konsortialführer des Forschungsprojekts und Präsident der HafenCity Universität, Projektleiterin Prof. Dr. Ayse Glass, den Projektbeteiligten und weiteren Gästen direkt selbst ausprobieren. Jarzombek überbrachte im Rahmen der Abschlusspräsentation die Grußworte des Ministeriums. Über dessen Förderlinie ImmoNT war das Projekt gefördert worden, an dem neben der HCU Forschende der Technischen Universität Hamburg (TUHH), Universität zu Lübeck (UzL), RPTU Kaiserslautern-Landau und die Partner Deutsche Bahn AG und Breuer Nachrichtentechnik GmbH beteiligt waren. 

Präsidenten der HafenCity Universität und der Technischen Universität Hamburgs freuen sich über erfolgreiche Ergebnisse zur Optimierung der Fahrgastströme an Bahnhöfen

Die beiden Präsidenten der beteiligten Hamburger Universitäten freuten sich deshalb gemeinsam mit den beteiligten Mitarbeiter:innen über die im Projekt erzielten Erfolge und fassten die Ergebnisse zusammen.

Prof. Dr. Jörg Müller-Lietzkow stellte als Projektleiter in der Abschlusspräsentation das Projekt vor: 

„In Folge des 9-Euro-Tickets und seines Nachfolgers, dem 49-Euro-Ticket, kam es zu massiven Überfüllungen an Bahnhöfen und in Zügen. Darüber hinaus nahm aus Überlast die Verspätung insgesamt stark zu. Aus empirischer Beobachtung folgte, dass zwei wesentliche Veränderungen dies bewirkten: Spontanes, bisher teilweise unbekanntes Fahrgastverhalten sowie die Nicht-Prognostizierbarkeit von Abfahrts- und Ankunftsort. Dies ist prinzipiell eine Frage des Informations- sowie des Flowmanagements. Hier haben wir mit der technologischen Verzahnung von moderner Sensorik, Funk- und 5G-Technologie, digitalen Zwillingen, Data Lakes sowie KI in unserem Reallabor, es in einem Konsortium aus Hochschulen und Wirtschaftspartnern geschafft, eine neue Form der Informationsverdichtung aus Open Data und eigenen erhobenen Daten zu leisten. Es wurde so möglich sehr viel präzisere Vorhersagen und Handlungsempfehlungen machen zu können. Dies dient sowohl dazu, die Kapazitätsplanung im Bahnverkehr zu verbessern (das „Plus“ für die Fahrplanoptimierung), als auch die gezielte Lenkung von Fahrgastströmen durch z.B. ein Ampelsystem sowie über Apps mit Indoornavigation zu ermöglichen. Das erhöht die Sicherheit und senkt vor allem auf die Strecken betrachtet die Verspätungen. Darüber hinaus bietet dieser Ansatz hohes Transferpotenzial bei ähnlich gelagerten Konstellationen (Flughäfen, Messen etc.).“

Prof. Dr. Andreas Timm-Giel, Präsident der Technischen Universität Hamburg und Projektbeteiligter mit seinem Institut für Kommunikationsnetze ergänzte dazu: 

„Wir haben uns sehr darüber gefreut, als Technische Universität Hamburg Verbundpartnerin und Teil des FPOplus-Projekts zu sein. Mithilfe innovativer Funktechnologie- und Vorhersagemodelle konnten wir dazu beitragen, eine Technologie zu entwickeln, die präzise die Zahl der in einem Bereich anwesenden Personen erfassen kann und so die Auslastung ermittelt. Damit können wir künftig Fahrgastströme an Bahnhöfen optimieren und die Fahrenden über ihre Handys leiten. Zusammen mit dem TUHH-Institut für Hochfrequenztechnik unter der Leitung von Prof. Alexander Kölpin und mit unseren Partner:innen können wir unseren Beitrag leisten, das Bahnfahren zu verbessern und die Menschen künftig zufriedener reisen zu lassen.“ 

Das Forschungsprojekt und das in seinem Rahmen ergänzend entwickelte Indoor-Navigationssystem haben in den Simulationen dazu beigetragen, Gedränge zu reduzieren sowie die Orientierung der Reisenden am Bahnhof zu verbessern – insbesondere für Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Die Ergebnisse zeigen, dass das umgesetzte Testfeld als Vorbild für den Einsatz an weiteren Bahnhöfen dienen kann und sowohl Betreibern als auch Fahrgästen durch eine bessere Planung und höheren Komfort zugutekommt.