Kommunale Abfallwirtschaft für saubere Ozeane
Laut einem Bericht der UN-Umweltorganisation aus dem Jahr 2021 machen Kunststoffe über 85 % der Meeresabfälle aus und bedrohen damit Ökosysteme von den Küsten bis hin zu den tiefsten Gräben der Ozeane. Ohne dringende Maßnahmen könnte sich die jährliche Kunststoffmenge bis 2040 verdreifachen, bis zu 37 Millionen Tonnen erreichen und damit die globale Artenvielfalt ernsthaft gefährden.
Die Abfallkrise ist in Daressalam Realität. Die Umfrage „Waste Wise Cities Tool (WaCT) 2021” von UN-Habitat zeigt, dass jährlich 22.500 Tonnen Plastikmüll aufgrund von Vermüllung und unzureichenden Abfallentsorgungssystemen, einschließlich Deponien und offenen Müllhalden, in den Indischen Ozean gelangen. Um dieses Problem zu bekämpfen, hat das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMUKN) ein dreijähriges Projekt unter der Leitung der HafenCity Universität Hamburg (HCU) finanziert. Das Projekt befindet sich nun im zweiten Jahr und treibt seine Kernaufgabe voran: die Verhinderung der Meeresverschmutzung durch Plastik, indem kommunale Systeme durch nationale und lokale politische Maßnahmen, institutionelle und akademische Kapazitäten sowie Infrastruktur gestärkt werden.
Treffen der Konsortialpartner in Daressalam
Das zweite Partnertreffen fand am 19. Februar in Daressalam statt und brachte das interdisziplinäre Team des Projekts zusammen. Das Projekt wird von der HafenCity Universität Hamburg (HCU) mit ihren Forschungsgruppen „Umweltgerechte Stadt- und Infrastrukturplanung“ (USIP) und „City Science Lab“ (CSL) geleitet. Weitere Konsortialpartner sind das Programm der Vereinten Nationen für menschliche Siedlungen (UN-Habitat), die Ardhi University (ARU), die Bremen Overseas Research and Development Association e.V. (BORDA) und SweepSmart B.V. (SWS).
Das Partnertreffen bot den Konsortialpartnern eine Plattform, um den Fortschritt zu überprüfen, Wissen auszutauschen und sich über die bevorstehenden Projektaktivitäten in Daressalam abzustimmen.
Strategischer Aktionsplan für Daressalam
Am 24. Februar hielt das Projektteam die erste stadtweite Konsultation der Stakeholder ab, um den Prozess der gemeinsamen Erstellung des strategischen Aktionsplans für die kommunale Kunststoffabfallwirtschaft in Daressalam zu beginnen. Dieser Plan soll unter Verwendung eines integrativen und partizipativen Ansatzes entwickelt werden, um sicherzustellen, dass er auf den lokalen Gegebenheiten basiert und gleichzeitig mit den besten internationalen Praktiken in den Bereichen Abfallwirtschaft und Verhütung der Meeresverschmutzung im Einklang steht. Der ganztägige Workshop brachte Vertreter verschiedener öffentlicher Verwaltungen zusammen, um ein gemeinsames Verständnis für die Ziele und den Umfangs des Plans zu entwickeln, wichtige thematische Prioritäten und die Verantwortlichkeiten und den Zeitplan für seine Entwicklung festzulegen.
Während der Diskussionen äußerten die Teilnehmer ihre institutionellen Anforderungen und operativen Einschränkungen. Sie tauschten sich auch über ihre Gedanken zu den aktuellen Herausforderungen bei der Bewirtschaftung von Kunststoffabfällen aus, mit dem Ziel, das Abfallbewirtschaftungssystem der Stadt zu verbessern und langfristige Nachhaltigkeit zu fördern. Im April wird das Projekt mit vertieften Expertengesprächen zur Weiterentwicklung des strategischen Aktionsplans und einem nationalen Runden Tisch zur Ausarbeitung des nationalen Policy Brief fortgesetzt.
Koordination mit nationalen und lokalen Stakeholdern
Im Februar hielt das Projektteam eine Reihe von Treffen mit lokalen und nationalen Akteuren und Stakeholdern ab, um sicherzustellen, dass die Wirkung des Projekts über eine einzelne Initiative hinausgeht. An diesen Sitzungen nahmen wichtige Interessengruppen teil, darunter die International Union for Conservation of Nature (IUCN) zur Erörterung politischer Maßnahmen, Mazingira Plus und Nipe Fagio zum Engagement auf Gemeindeebene sowie die Human Dignity and Environmental Care Foundation (HUDEFO) zur Untersuchung der Extended Producer Responsibility (EPR) und der Rolle des informellen Abfallsektors in der Abfallwirtschaft. Darüber hinaus hatte das Team die Gelegenheit, sich mit Vertretern des Vizepräsidentenbüros (VPO), des Büros des Premierministers für regionale Verwaltung und Kommunalverwaltung (PMO-RALG), des Gesundheitsministeriums und des Ministeriums für Land, Wohnungswesen und Siedlungsentwicklung zu treffen. Ziel dieser Treffen war es, koordinierte Anstrengungen auf allen Regierungsebenen sicherzustellen. Die Abstimmung dieser Gespräche mit den langfristigen Plänen des Landes ist für eine nachhaltige Wirkung von entscheidender Bedeutung. Durch die Zusammenarbeit mit diesen wichtigen Interessengruppen schafft das Projekt die Voraussetzungen für ein erfolgreiches erstes Treffen der Stakeholder im April 2026.
Das Projektteam besuchte auch Wertstoffrückgewinnungsanlagen in Mazingira und Vingunguti, um praktische Einblicke für die Konzeption des Demonstrationssystems zu sammeln, das im Rahmen des Projekts umgesetzt werden soll. Diese Besuche stellen sicher, dass das Demonstrationssystem die realen Betriebsbedingungen und die Bedürfnisse der Gemeinde widerspiegelt.
Auf dem Laufenden bleiben
Wir laden Sie ein, die Fortschritte des Projekts zu verfolgen und von den Ergebnisse zu lernen. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben, erhalten Sie Zugang zu aktuellen Informationen über Veröffentlichungen, Berichte, Workshops und Gemeinschaftsinitiativen, die zur Verringerung der Meeresverschmutzung durch Plastik in Daressalam beitragen.
Weitere Informationen und Ressourcen finden Sie auf der Projektwebsite: https://darsafi.hcu-hamburg.de


