Die HafenCity Universität Hamburg (HCU) feierte einen besonderen Meilenstein: Am Freitag, den 16. Oktober 2026, fand in den Elbarkaden der HCU die 200. Disputation einer Doktorarbeit statt. Die Promovendin Eva Maria Schick verteidigt erfolgreich ihre kumulative Dissertation mit dem Titel „Going with the Flow. Conflicts, Collaborative Dynamics, and Sustainability in Estuary Governance“.
Mit der 200. Disputation unterstreicht die HCU ihre Rolle als wissenschaftliche Einrichtung, die inter- und transdisziplinäre Forschung zu zentralen Zukunftsfragen von Stadt, Raum, Umwelt und gebauter Umwelt fördert. Die Promotion von Eva Maria Schick steht dabei exemplarisch für Forschungsarbeiten, die eine wissenschaftlich fundierte Antwort auf gesellschaftlich relevante Transformationsfragen ableiten. Die Arbeit zeigt auch die Vernetzung im Wissenschaftsstandort Hamburg und ist im Rahmen des Exzellenzclusters CLICCS (Climate, Climatic Change and Society) in Zusammenarbeit zwischen der HafenCity Universität und der Universität Hamburg entstanden. Eva Schick war dort als Promotionsstudentin Teil der Graduate School of Integrated Climate and Earth System Sciences (SICSS).
200. Disputation steht exemplarisch für Forschungskraft der Universität
Betreut wurde die Promotion von Prof. Dr.-Ing. Jörg Knieling. Zweitgutachterin war Prof. Dr. Beate M. W. Ratter von der Universität Hamburg. Den Vorsitz des Promotionsverfahrens hatte Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Dickhaut inne, als zusätzliche Professur war Prof. Dr. Martin Wickel, LL.M. beteiligt.
Mit der erfolgreichen Disputation hat Eva Maria Schick ihr Promotionsverfahren abgeschlossen und ist nach anschließender Veröffentlichung der Arbeit berechtigt, den ihr verliehenen Doktorgrad zu führen. Im Anschluss an die Disputation würdigte die HCU den Anlass gemeinsam mit den betreuenden Professor:innen und zahlreichen Gästen, Freunden und der Familie der Doktorandin.
Der Promotionsausschussvorsitzende Prof. Dr.-Ing. Jochen Schiewe überbrachte in dieser Runde nach der erfolgreichen Disputation die Glückwünsche im Namen der gesamten Universität:
„Die 200. Disputation ist ein besonderer Meilenstein für die HafenCity Universität Hamburg. Auch wenn sie statistisch nur 0,5 Prozent aller bisherigen Promotionsverfahren ausmacht, ist sie wie jede Promotion eine einzigartige wissenschaftliche Leistung und steht exemplarisch für die Forschungskraft unserer Universität. Möglich wird dies durch engagierte Kolleginnen und Kollegen, die ein Umfeld schaffen, in dem exzellente Forschungsarbeiten entstehen können. Gerade in Zeiten Künstlicher Intelligenz zeigt eine Promotion wie diese, wie unverzichtbar eigenständige wissenschaftliche Auseinandersetzung und der persönliche fachliche Austausch bleiben.“
Arbeit untersucht nachhaltige Entwicklungen von Ästuaren zwischen Fluss und Meer
In ihrer Dissertation untersuchte Eva Maria Schick, inwiefern ein effektives Ästuar‑Governance erreicht werden kann. Ästuare sind Übergangsräume zwischen Fluss und Meer:
„[…] und dynamische Räume, in denen ökologische Prozesse, wirtschaftliche Nutzungen und gesellschaftliche Interessen besonders eng aufeinandertreffen. In meiner Arbeit habe ich untersucht, wie Zusammenarbeit und Governance unter solchen Bedingungen gelingen können und wo ihre Grenzen liegen. Die Dissertation zeigt, dass kollaborative Governance-Prozesse wichtige soziale Grundlagen dafür schaffen können: etwa Vertrauen, Dialog, gemeinsames Lernen und ein geteiltes Systemverständnis. Damit Ästuar-Governance künftig stärker mit dem natürlichen ‚Flow‘ arbeitet, braucht es jedoch politischen Entscheidungswillen, handlungsfähige Institutionen und finanzielle Ressourcen.“, so Eva Maria Schick.
Prof. Dr.-Ing. Jörg Knieling hob als Erstbetreuer die Bedeutung er Arbeit hervor:
„Eva Schicks Arbeit leistet einen wichtigen Beitrag zur raumbezogenen Governance-Forschung und zugleich zu einem wichtigen Thema für Hamburg und die Metropolregion. Das Elbeästuar steht exemplarisch für komplexe Aushandlungsprozesse zwischen verschiedenen Politikebenen, hier den Ländern Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein sowie den betroffenen Städten und Gemeinden und für vielfältige Interessen, vor allem Hafenwirtschaft, Fischerei, Landwirtschaft und Natur- und Umweltschutz. Die Dissertation veranschaulicht, über welche Potenziale eine kollaborative Governance für solche Ästuareverfügt, aber auch, dass sie in entsprechende institutionelle und politische Rahmenbedingungen eingebettet sein muss.
Dass Frau Schicks Arbeit die 200. Disputation an der HCU darstellt, macht den Anlass besonders: Die Dissertation steht damit auch beispielhaft für die wissenschaftliche Qualität und gesellschaftliche Relevanz der Promotionsforschung an unserer Universität.“
Drei wissenschaftliche Beiträge bilden das Fundament der Dissertation
Konzeptionell und empirisch verbindet die Dissertation drei wissenschaftliche Artikel: eine systematische Literaturrecherche und Meta-Synthese zur konzeptionellen Entwicklung eines Rahmenmodells für kollaborative Ästuar-Governance, eine qualitative Fallstudie zum Forum Tideelbe im deutschen Elbeästuar sowie eine internationale Vergleichsanalyse zur Wissensintegration im Schelderaad und im Forum Tideelbe. Methodisch basiert die Arbeit unter anderem auf Expert:inneninterviews, Dokumenten- und Medienanalysen sowie einer internationalen Small-N-Vergleichsstudie.


