Urban Planning and Regional Development

Bacholorthesis:

Vom Kompensationsprinzip zum Flächenkreislauf. Umsetzbarkeit eines systematischen Flächenausgleichs am Beispiel Hamburg

Die Arbeit untersucht, inwiefern sich das bestehende naturschutzrechtliche Kompensationsprinzip zu einem systematischen, flächenbezogenen Flächenkreislauf weiterentwickeln lässt. Im Zentrum steht dabei die begriffliche und konzeptionelle Abgrenzung zwischen Flächenkompensation und Flächenausgleich sowie die Frage, ob und unter welchen Bedingungen ein qualitativ gleichwertiger Flächenausgleich in einer wachsenden Großstadt wie Hamburg realistisch umsetzbar ist.

Unter Flächenkompensation wird im naturschutzrechtlichen Kontext in der Regel eine funktionale Kompensation verstanden: Ein Eingriff in Natur und Landschaft wird nicht zwingend gleichartig, sondern funktional ausgeglichen. Dabei erfolgt die Bewertung überwiegend bilanzierend über Wertstufen, Punkte oder Faktoren, sodass die Gesamtbilanz des Naturhaushalts rechnerisch ausgeglichen wird. Dieses Vorgehen ist im Rahmen der Eingriffsregelung etabliert und wird in Hamburg über das sogenannte Staatsrätemodell angewendet.

Demgegenüber steht der Begriff des Flächenausgleichs, bei dem die qualitative Gleichwertigkeit der betroffenen Flächen im Vordergrund steht. Hier geht es nicht allein um eine rechnerische Kompensation, sondern um die Wiederherstellung vergleichbarer Bodenfunktionen, Biotoptypen oder ökologischer Wirkungen. Ein solcher Ansatz wirft jedoch erhebliche methodische und praktische Fragen auf: Qualitative Gleichwertigkeit, wie z. B. hinsichtlich Biodiversität, klimatischer Funktion oder Bodenökologie, ist nur eingeschränkt flächendeckend erfassbar und mit hohem Aufwand verbunden.

Hamburg erfüllt formal die Anforderungen der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung, verfügt jedoch bislang über kein systematisch organisiertes, flächenbezogenes Ausgleichssystem im Sinne einer Flächenkreislaufwirtschaft. Entsiegelungsmaßnahmen erfolgen überwiegend projektbezogen und funktional, nicht jedoch im Rahmen einer strategischen, stadtweiten Entsiegelungsstrategie. Zudem erweist sich die Identifikation geeigneter Entsiegelungsflächen in der Praxis als schwierig: konkurrierende Nutzungsansprüche, rechtliche Restriktionen und soziale Sensibilitäten begrenzen den Handlungsspielraum erheblich.

Vor diesem Hintergrund untersucht die Arbeit, ob und wie ein systematischer Flächenkreislauf unter den gegebenen Rahmenbedingungen entwickelt werden könnte. Dabei können auch innovative Instrumente, etwa KI-gestützte Monitoringverfahren oder digitale Flächenkataster, in den Blick genommen werden, um die Datengrundlage für qualitative und quantitative Ausgleichsmechanismen zu verbessern.


Zwischen Luftbild und Biotopwert. Potenziale und Grenzen eines qualitativen Flächenmonitorings für den Flächenausgleich in Städten

Die Arbeit soll sich mit der Frage befassen, welche qualitativen Flächeninformationen in urbanen Räumen realistisch erhoben und für die Steuerung von Flächeninanspruchnahme nutzbar gemacht werden können. Während quantitative Indikatoren wie die Entwicklung von Siedlungs- und Verkehrsflächen oder der Versiegelungsgrad zunehmend präzise durch Luftbildauswertungen oder KI-gestützte Verfahren erfasst werden können, bleibt die systematische Integration qualitativer Aspekte bislang eine Herausforderung.

Im Mittelpunkt steht daher die Analyse, welche qualitativen Dimensionen (z. B. ökologische Wertigkeit, Biodiversitätspotenziale, klimatische Funktionen, Bodenfunktionen oder Nutzungsmischung) in ein städtisches Monitoring integriert werden könnten. Dabei ist zu klären, welche Datenquellen hierfür geeignet sind und in welcher räumlichen Auflösung belastbare Aussagen getroffen werden können.

Zugleich untersucht die Arbeit die Grenzen eines qualitativen Flächenmonitorings. Fachlich wünschenswerte Differenzierungen stoßen häufig auf praktische Restriktionen (hohe Erhebungsaufwände, unzureichende Datengrundlagen, fehlende Aktualität, ungeklärte Zuständigkeiten). Es stellt sich daher die Frage, wo ein sinnvoller Mittelweg zwischen einer rein quantitativen Flächenstatistik und einem kaum leistbaren Vollmonitoring qualitativer Flächenfunktionen liegt.

Am Beispiel Hamburg kann analysiert werden, inwiefern bestehende Monitoringinstrumente weiterentwickelt und mit qualitativen Indikatoren verknüpft werden können. Ziel ist es, ein Monitoringkonzept zu skizzieren, das sowohl steuerungsrelevant als auch administrativ handhabbar ist und damit eine fundierte Grundlage für Flächenausgleichs- oder Netto-Null-Strategien schafft.


Wer gleicht aus? Governance, Zuständigkeiten und Steuerungsdefizite beim Flächenausgleich in der Stadtentwicklung

Die Umsetzung von Flächenausgleich und -kompensation ist nicht nur eine fachliche, sondern vor allem eine institutionelle und governancebezogene Herausforderung. Es soll untersucht werden, wie Zuständigkeiten und Steuerungsmechanismen im Bereich des Flächenausgleichs zwischen Landesbehörden, Bezirksämtern und Vorhabenträger:innen verteilt sind und welche Auswirkungen diese Rollenverteilung auf die praktische Umsetzbarkeit einer Flächenkreislaufwirtschaft hat.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wer in der Praxis Verantwortung für Ausgleichsmaßnahmen trägt und inwiefern bestehende institutionelle Strukturen eine konsistente, strategische Steuerung ermöglichen oder erschweren. Während Vorhabenträger:innen in der Regel zur Kompensation verpflichtet sind, liegt die planerische Steuerung bei unterschiedlichen Verwaltungsebenen. Gleichzeitig sind wichtige Instrumente (Bauleitplanung, Eingriffsregelung oder Flächenmonitoring) auf verschiedene Ressorts und Institutionen verteilt. 

In der Arbeit sollen daher bestehende Koordinationsmechanismen, Abstimmungsprozesse und Steuerungsinstrumente in der Stadtentwicklung analysiert werden. Aufbauend darauf werden mögliche Governance-Modelle diskutiert, die zu einer verbesserten Steuerungsfähigkeit beitragen könnten. Das Ziel, welches sich aus dieser Arbeit ergibt ist, institutionelle Voraussetzungen und Hemmnisse für einen systematischen Flächenausgleich sichtbar zu machen.


Klimaentscheide in Städten: Analyse, Umsetzung und Empfehlungen

In verschiedenen Städten haben Klimaentscheide neue Impulse in die kommunale Klimaschutzpolitik hineingetragen. Über die Klimaentscheide ist aber noch zu wenig bekannt, vor allem über die jeweils spezifischen Vorgehensweisen, Ziele und die Umsetzung, aber auch über die handelnden Akteure und ihre Interessen und Motivationen. – Die Thesis soll 1-2 Städte auswählen und diese untersuchen. Für das Untersuchungsraster kann das Konzept der Climate Governance bzw. Climate Transition Governance genutzt werden. Im konzeptionellen Teil sollen Empfehlungen erarbeitet werden, wie sich die Wirksamkeit von Klimaentscheiden und ihre Umsetzung verbessern ließe. Methodisch wären Literatur- und Dokumentenanalyse sowie qualitative Interviews zu empfehlen.


Klimabudget als Instrument kommunaler/regionaler Klimapolitik

Seit einigen Jahren führen Städte und Regionen das Instrument Klimabudget / Climate Budgeting ein, um ihre Klimapolitik zu verbessern. Dabei kommen unterschiedliche Werkzeuge verschiedener Anbieter zum Einsatz (u.a. Climate View). Die Thesis soll untersuchen, welche Werkzeuge in Städten in Deutschland eingesetzt werden. Sie soll dann an 2-3 ausgewählten Städten analysieren, wie die Werkzeuge funktionieren, welche Unterschiede es zwischen den Werkzeugen gibt, welchen Stärken und Schwächen sie jeweils haben, wo Lücken bestehen und wie sie in die kommunale Klimapolitik eingebunden sind. Im konzeptionellen Teil soll herausgearbeitet werden, wie Kommunen die Arbeit mit dem Instrumentarium optimieren können und wie sie möglichst gut zur Zielsetzung der kommunalen Klimaneutralität beitragen können. Methodisch wären Literatur- und Dokumentenanalyse sowie qualitative Interviews zu empfehlen.


Circular Baltic Sea: Biosphärenregionen im Ostseeraum als Modellräume für Kreislaufwirtschaft?

Biosphärenregionen sind UNESCO-Modellräume für nachhaltige Regionalentwicklung. Im Ostseeraum gibt es das Internationale Netzwerk Biophere for Baltic (BFB) für eine nachhaltige Zukunft der Baltic Sea Region. In den Zielen für Biosphärenregionen ist formuliert, dass regionale Kreisläufe gestärkt werden sollen, um den Ressourcenverbrauch zu vermindern und zu Klimaneutralität beizutragen. Die Bachelorthesis soll analysieren, wie das Thema in den Biosphärenregionen des BFB umgesetzt wird. Auf der Grundlage der Ergebnisse sollen weiterführende allgemeine Konzeptvorschläge entwickelt werden. Methodisch würden eine Desktop-Recherche (Literatur, Internet) und qualitative Interviews mit ausgewählten Fachleuten der Biospährenregionen passen. Gute englische Sprachkenntnisse wären eine Voraussetzung für die Thesis. Die Thesis kann in deutscher oder englischer Sprache verfasst werden.


Nachhaltige Regionalentwicklung durch Kooperation: Partnernetzwerke in Biosphärenregionen

Biosphärenregionen sind UNESCO-Modellräume für nachhaltige Regionalentwicklung. Ein Element ihrer Organisation sind Partnernetzwerke mit Betrieben und Einrichtungen aus der Regionen. Die Partner sollen sich für die nachhaltige Entwicklung engagieren und die Ziele damit in die Wirtschaft und Gesellschaft hineintragen. Die Bachelorthesis soll eine Bestandsaufnahme der Partnernetzwerke in den 18 Biosphärenregionen in Deutschland vornehmen und anhand der Merkmale eine Typologie entwickeln (Art und Anzahl der Betriebe und Einrichtungen, Tätigkeiten, Art der Mitwirkung etc.). Methodisch wären eine Desktop-Recherche (Literatur, Internet) und qualitative Interviews mit ausgewählten Fachleuten der Biospährenregionen und ggf. von Partnerbetrieben denkbar.


Klimaneutrale Biosphärenregion: Wie können Biosphärenregionen zum Klimaschutz beitragen?

Biosphärenregionen sind UNESCO-Modellräume für nachhaltige Regionalentwicklung. In den Zielen für Biosphärenregionen ist formuliert, dass sie zum Klimaschutz beitragen sollen. Gleichzeitig kommt es zu Flächennutzungskonflikten, beispielsweise bei der Ausweisung von Flächen für Windenergie und Freiflächen-Photovoltaik. Handlungsfelder können aber auch im Bereichen wie Geothermie, Mobilität oder Baukultur und Gebäudesanierung liegen. Die Bachelorthesis soll analysieren, wie das Thema in den 18 Biosphärenregionen in Deutschland umgesetzt wird, und anhand der Praxis in den Regionen eine Typologie (Ziele, Strategien, Handlungsfelder, Instrumente etc.) und weiterführende allgemeine Konzeptvorschläge entwickeln. Methodisch würden eine Desktop-Recherche (Literatur, Internet) und qualitative Interviews mit ausgewählten Fachleuten der Biospährenregionen passen.


Masterthesis:

Partnernetzwerke in Biosphärenregionen: Potenziale und Gelingensbedingungen für eine nachhaltige Regionalentwicklung

Biosphärenregionen sind UNESCO-Modellräume für nachhaltige Regionalentwicklung. Ein Element ihrer Organisation sind Partnernetzwerke mit Betrieben und Einrichtungen aus der Regionen. Die Partner sollen sich für die nachhaltige Entwicklung engagieren und die Ziele damit in die Wirtschaft und Gesellschaft hineintragen. Die Masterthesis soll anhand von zwei bis drei ausgewählten Biosphärenregionen untersuchen, wie sich die Tätigkeit und Mitwirkung der Partner darstellt, welche Gelingensbedingungen und Hemmnisse es gibt und welche Potenziale die Partnernetzwerke für die nachhaltige Entwicklung der Biosphärenregionen hat. Konzeptionell sollen Vorschläge herausgearbeitet werden, wie sich die Arbeit und Einbindung der Partnernetzwerke verbessern ließe. Methodisch wären eine Fallstudienanalyse durch Desktop-Recherche (Literatur, Internet) und qualitative Interviews mit Fachleuten der ausgewählten Biospährenregionen und ihrer Partnerbetriebe denkbar. Eine Vorstellung der Ergebnisse könnte in der Arbeitsgemeinschaft der Biosphärenregionen in Deutschland (AGBR) und im MAB-Nationalkomitee Biosphärenregionen beim Bundesumweltministerium erfolgen.


Klima-Governance in Metropolregionen: "Klimapakt" für eine klimaneutrale Metropolregion Nürnberg

In der Metropolregion Nürnberg wird die regionale Klimaschutzpolitik durch das Instrument Klimapakt gesteuert. Inzwischen liegen drei Versionen von Klimapakten vor. Sie wurden von den Mitgliedern des Regionalrats beschlossen und diesen als Leitlinien für die Metropolregion und ihre Mitgliedskommunen. In der Thesis soll eine vergleichende Auswertung der drei Versionen vorgenommen werden: Was hat sich verändert, was ist hinzugekommen, was weggefallen? Neben der Dokumentenauswertung soll in Interviews erkundet werden, was Gründe der Veränderungen waren und wie der Klimapakt als Instrument der Klimagovernance der Metropolregion eingeschätzt wird.

Die Arbeit soll sich auf den Theoriekontext der Climate Governance beziehen. Vor diesem Hintergrund soll sie das Instrument Klimapakt einordnen und Bezüge zu anderen Instrumenten der regionalen Klimapolitik herausarbeiten. Mit Blick auf das Ziel der Klimaneutralität soll eine Einschätzung zur Wirksamkeit des Klimapakts erfolgen. Im Ergebnis sollen Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Instrument erarbeitet werden.

Die Thesis wird in Zusammenarbeit mit dem Forschungsprojekt Klimapakt2030plus Energiewende und Klimaneutralität in der Metropolregion Nürnberg" geschrieben. Vorhandene Informationen werden zur Verfügung gestellt, Zugang zu Interviewpersonen besteht über das Forschungsprojekt. Die Ergebnisse können im Rahmen des Forschungsprojekts vorgestellt werden.


Policy-Transfer in der Energiewende: Instrumente für die Stadt- und Regionalentwicklung im transnationalen Kontext (Jörg Knieling, Mia Krohn)

Die Energiewende stellt Städte und Regionen vor die Herausforderung, komplexe Transformationsprozesse zu gestalten und umzusetzen. Gleichzeitig liegen zahlreiche erprobte Lösungen aus EU-Projekten vor, deren Übertragbarkeit und Anwendung in unterschiedlichen räumlichen Kontexten jedoch häufig begrenzt bleibt. Um dem entgegenzuwirken, zielen Instrumente wie Wissensplattformen, Policy-Empfehlungen oder Austauschformate darauf ab, den Transfer von Wissen, Praktiken und effektiven Governance-Ansätzen zu unterstützen. 

Es sollen Instrumente des Policy-Transfers im Kontext der Energiewende untersucht werden. Ziel ist es, bestehende Instrumente systematisch zu erfassen, ihre Wirksamkeit und Reichweite kritisch zu bewerten sowie Erfolgsfaktoren und Hemmnisse des Policy-Transfers zu identifizieren. Darauf aufbauend sollen Empfehlungen für die Weiterentwicklung und Ausgestaltung von Transferinstrumenten abgeleitet werden.
Die Arbeit ist im Theoriekontext der Climate Governance zu verorten und bezieht ergänzend Ansätze des Policy-Transfers ein. Methodisch basiert die Untersuchung auf einer systematischen Literaturauswertung sowie der Analyse ausgewählter Fallbeispiele (z. B. aus EU-Projekten). Neben der Dokumentenanalyse sollen leitfadengestützte Interviews durchgeführt werden, um Einschätzungen zu Erfolgsfaktoren und Hemmnissen der Policy-Empfehlungen zu gewinnen.

Die Thesis wird im Kontext des EU-Projekts „EnTRA - Energy Transition for Climate Neutrality in the Baltic Sea Region“ geschrieben. Vorhandene Informationen und Dokumente werden zur Verfügung gestellt, Zugang zu Interviewpersonen besteht über das Forschungsprojekt. Die Ergebnisse können im Rahmen des Forschungsprojekts vorgestellt werden.