Bei einem feierlichen Senatsempfang im Lichthof der Staats- und Universitätsbibliothek wurden Prof. Dr.-Ing. Sabine Hansmann und Güren Tan Dinga, M. Sc., von Wissenschaftssenatorin Maryam Blumenthal mit dem Hamburger Lehrpreis 2026 ausgezeichnet. Der Lehrpreis der Stadt Hamburg wird jährlich für herausragende Lehre, innovative Lehrmethoden und neue Vermittlungskonzepte verliehen. Die Vorschläge für die Nominierungen kommen direkt aus der Studierendenschaft der Hochschulen.
Insgesamt wurden in diesem Jahr 18 Dozierende der sechs staatlichen Hamburger Hochschulen ausgezeichnet. Der Hamburger Lehrpreis ist jeweils mit 10.000 Euro dotiert.
Senatorin würdigt Engagement der Lehrenden
Wissenschaftssenatorin Maryam Blumenthal betonte in Ihrer Rede anlässlich der Verleihung die Bedeutung guter Hochschullehre: „Gute Lehre öffnet Türen – für erfolgreiche Bildungswege unabhängig von der Herkunft, für exzellente Wissenschaft und für eine zukunftsfähige Gesellschaft. Mit dem Hamburger Lehrpreis zeichnen wir Menschen aus, die ihr Wissen mit Leidenschaft vermitteln und die Studierenden zu Höchstleistungen motivieren. Die Arbeit der Preisträger:innen zeigt: Wo engagiert gelehrt wird, schlägt der Puls der Wissenschaft. Und genau das macht der Hamburger Lehrpreis sichtbar. Ich bedanke mich für den Einsatz und gratuliere allen Preisträger:innen zu dieser Auszeichnung!“
Ausgezeichnete interdisziplinäre Lehre: Prof. Dr.-Ing. Sabine Hansmann
Prof. Dr.-Ing. Sabine Hansmann lehrte als Vertretungsprofessorin für Architektur, Raum und Gesellschaft in den Bachelor- und Masterstudienprogrammen Architektur an der HafenCity Universität Hamburg. Für den Hamburger Lehrpreis 2026 wurde sie von Studierenden des Fachschaftsrats Architektur sowie von Studierenden aus den Studienprogrammen Stadtplanung und Urban Design vorgeschlagen. Gewürdigt wurden insbesondere ihre Lehrveranstaltungen zum wissenschaftlichen Arbeiten, zu Architektur und Gesellschaft sowie ihre Reallabore und Symposien. Ihre Lehre verbinde fachliche Exzellenz mit einer reflektierten Auseinandersetzung über die gesellschaftliche Rolle von Architektur und Stadtentwicklung.
Die Studierenden heben besonders hervor, dass Sabine Hansmann unterschiedliche Perspektiven konsequent in den Lernprozess einbindet und eine kritische, verantwortungsbewusste sowie interdisziplinäre Haltung fördert. Durch kollektive Feedbackrunden, Peer-Reviews, demokratische Kursstrukturen und kreative Methoden wie „Wimmelbilder“ mache sie komplexe räumliche und gesellschaftliche Zusammenhänge erfahrbar. Als wesentliches Alleinstellungsmerkmal ihrer Lehre nennen die Studierenden die Auseinandersetzung mit Genderaspekten, Kolonialität und globalen Ungerechtigkeiten. Besonders hervorgehoben wurde das Reallabor „Wohnen radikal experimentell“, das wissenschaftliches Arbeiten, Praxisbezug, Öffentlichkeitsarbeit und den Austausch mit Stadtgesellschaft und Fachöffentlichkeit miteinander verband.
Transformative Lehre in Geodäsie und Geoinformatik: Güren Tan Dinga, M. Sc.
Güren Tan Dinga, M. Sc., ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Geodäsie und Geoinformatik und lehrt unter anderem in den Veranstaltungen GIT-Projekt, GIS-Programmierung, Software- und Interface Technology sowie Geodatenmodellierung im Masterstudienprogramm Geodäsie und Geoinformatik. Seine Lehre zeichnet sich durch die Verbindung von fachlicher Exzellenz, didaktischer Sensibilität und gesellschaftlicher Relevanz aus. Besonders gewürdigt wird seine Fähigkeit, komplexe Inhalte aus Programmierung, algorithmischen Ansätzen und Geoinformationssystemen klar strukturiert, verständlich und praxisnah zu vermitteln.
Die Studierenden schätzen, dass Güren Tan Dinga unterschiedliche fachliche Vorkenntnisse berücksichtigt und eine offene, unterstützende Lernatmosphäre schafft, in der Unsicherheiten ernst genommen werden. Neben technischen Kompetenzen fördert er analytisches Denken, wissenschaftliches Arbeiten und die Fähigkeit, Ergebnisse überzeugend zu kommunizieren. Seine Aufgabenstellungen verbinden technische Methoden mit gesellschaftlich relevanten Fragestellungen, etwa zur Geschlechterrepräsentation in Straßennamen oder zur kartografischen Darstellung historischer Fluchtbewegungen. Damit vermittele er Geoinformationssysteme nicht nur als technische Werkzeuge, sondern auch als Instrumente kritischer Raumanalyse und gesellschaftlicher Reflexion.
Hintergrund zum Hamburger Lehrpreis
Jährlich werden die Studierenden der teilnehmenden staatlichen Hochschulen in Hamburg dazu aufgerufen, Nominierungsvorschläge für den Lehrpreis einzureichen. Anschließend werden die Vorschläge von einer hochschulinternen Jury gemeinsam mit den Studierenden in einer offenen Diskussion bewertet. Im Fokus stehen dabei eine hohe fachliche und didaktische Kompetenz der Lehrenden, innovative Lehrmethoden, Qualitätssicherung über Feedback-Systeme, Motivationsfähigkeit und die Herstellung von Bezügen zur fachlichen bzw. beruflichen Praxis.
Die Auszeichnung erfolgt dann durch die Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung (BWFG) in einer gemeinsamen Feier aller Hamburger Hochschulen.


