Master of Science Stadtplanung
Das Masterstudium Stadtplanung soll dazu befähigen, auf allen Ebenen der räumlichen Planung kompetent, kreativ und verantwortungsbewusst an der Gestaltung der räumlichen Umwelt mitzuwirken.
Dabei geht das Tätigkeitsfeld von Stadtplanerinnen und Stadtplanern inzwischen deutlich über die „klassischen“ Arbeitsfelder in der planenden Verwaltung (Kommunen, Planungsverbände, Kreise, Länder), in Planungsbüros und in Stadterneuerungs- und Stadtentwicklungsgesellschaften hinaus. Stadtplanerinnen und Stadtplaner sind zum Beispiel in den Bereichen Planung und Management von technischen Infrastrukturen, z.B. im Verkehrs- und dem Energieversorgungssektor, in der Standortberatung, Projektentwicklung und in der Immobilienwirtschaft sowie in der raumbezogenen Forschung verstärkt tätig. Für diese vielfältigen, stark interdisziplinär geprägten Arbeitsfelder werden im Master of Science (MSc) Stadtplanung
- ein wissenschaftlich fundiertes Verständnis für die komplexen Problemstellungen und Zusammenhänge der Entwicklung von Quartieren, Städten und Regionen erarbeitet,
- insbesondere im Projektstudium in den Bereichen Teamarbeit, Management, Kooperation und Kommunikation praktische Kompetenzen und praxisorientierte Arbeitsformen trainiert und
- in der Tradition der Stadtplanung als „Ingenieur“-Studium Wert gelegt auf die Entwicklung und Anwendung von Konzepten, Methoden und Instrumenten der Gestaltung der räumlichen Entwicklung in Form von Entwürfen, Plänen und Projekten.
Der MSc Stadtplanung ist ein konsekutiver Studiengang, der auf dem Bachelor Stadtplanung oder vergleichbarer Abschlüsse aufbaut. Seit Einführung des Stadtplanungsstudiums in Hamburg konnten Studierende aus „verwandten“ Disziplinen, z.B. Geografie, Architektur, Bauingenieurwesen, Rechts- oder Sozialwissenschaften ihren zweiten Studienabschnitt oder ihr Zweitstudium im Fach Stadtplanung absolvieren. Diese auch heute immer noch aktuelle „Hamburger Mischung“, die ja auch dem interdisziplinären Zusammenwirken in der Berufspraxis entspricht, bereichert das Studium für alle Beteiligten. Deshalb möchten wir Studierende aus anderen Disziplinen ausdrücklich ermuntern, sich zu bewerben. Nähere Informationen entnehmen Sie bitte den Zulassungsvoraussetzungen des MSc Stadtplanung.
In Hamburg haben Forschung und Lehre auf universitärem Niveau in der vergleichsweise jungen Disziplin der Stadtplanung bereits eine Tradition von fast 30 Jahren. In dieser Periode wurden in der Stadt- und Regionalentwicklung immer wieder neue Themen aufgeworfen und in das Studium integriert, manche "Mode"-Themen verschwanden aber auch wieder. Vor dem Hintergrund dieser evolutionären Entwicklung der Disziplin haben wir uns entschieden, in dem aktuellen, 2009 eingeführten neuen MSc Stadtplanung keine Vertiefungsrichtungen vorzugeben, sondern den Studierenden eine individuelle Schwerpunktbildung zu ermöglichen.
Im Kontrast zu dem recht stark strukturierten Bachelor-Studium ist der MSc Stadtplanung an der HCU darauf ausgerichtet, die Kernkompetenzen in der räumlichen Planung zu vertiefen und zugleich möglichst große Gestaltungs- und Wahlmöglichkeiten für die Studierenden zu schaffen. Im Hinblick auf die veränderliche Welt der räumlichen Planung soll es neben der Schaffung einer soliden Grundkompetenz den Studierenden ausdrücklich möglich sein, im Sinne eines klassischen "Studiums" den eigenen Interessen zu folgen und durch die Wahl der Module und Themen ihrem akademischen Abschluss als "Master of Science" eine individuelle Note zu geben.
Das Studienangebot bietet ein großes Potential für Vertiefungen, die aus dem Angebot im Bereich der Stadtplanung, an der gesamten HCU oder in der großen Universitätslandschaft Hamburgs zusammengestellt werden können. Vertiefungen werden in dem neuen MSc Stadtplanung nicht „gewählt“, können aber dennoch durch die Auswahl der Module sowie die Themen der Studienprojekte und der Masterthesis im Rahmen des Studiums gesetzt werden. Nachfolgend finden Sie eine exemplarische Auflistung möglicher Vertiefungen:
"Öffentliche Stadtplanung": insbesondere die Module Stadt- und Regionalentwicklung; Entwurfsprojekt; Integrierte Verkehrsplanung; Recht und Finanzen der Städte; Management und Kommunikation
"Nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung": insbesondere die Module Stadt- und Regionalentwicklung; Umweltplanung und Entscheidungsunterstützung; Integrierte Verkehrsplanung; Theorie und Kultivierung der Landschaft; Urbane Kultivierungen
"Projektentwicklung und Immobilienwirtschaft": insbesondere die Module Immobilienmärkte und Stadt, Projekt- und Stadtteilentwicklung; Strukturpolitik, Arbeitsmärkte Wirtschaftsförderung; Management und Kommunikation
"Stadtumbau und Quartiersentwicklung": insbesondere die Module Projekt- und Stadtteilentwicklung; Sozioökonomie lokaler Lebenswelten; Immobilienmärkte und Stadt,; Sozioökonomie der Stadtregion; Management und Kommunikation
"Städtebauliche Interventionen und Gestaltung": insbesondere die Module: Entwurfsprojekt; Reflexionen metropolitaner Entwicklung; Projekt- und Stadtteilentwicklung; Theorie des Städtebaus und Landschaftsplanung; Urbane Kultivierungen
"Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung": insbesondere die Module Strukturpolitik, Arbeitsmärkte, Wirtschaftsförderung; Reflexionen metropolitaner Entwicklung; Immobilienmärkte und Stadt; Management und Kommunikation
"Infrastrukturplanung und öffentliche Finanzen": insbesondere die Module: Stadt- und Regionalentwicklung; Recht und Wirtschaft der Infrastrukturen; Integrierte Verkehrsplanung; Umweltplanung und Entscheidungsunterstützung; Recht und Finanzen der Städte
"Digital City – neue Werkzeuge und Kollaborationsformen": insbesondere die Module Modellierung mit GIS; Virtuelle Stadt; Reflexionen metropolitaner Entwicklung; Urbane Kultivierungen; Sozioökonomie lokaler Lebenswelten
"Forschungskonzepte, -methoden und -instrumente": insbesondere die Module Forschungskonzepte, Statistik und SPSS; Modellierung mit GIS; Virtuelle Stadt; Reflexionen metropolitaner Entwicklung
Selbstverständlich können Elemente verschiedener Vertiefungen auch kombiniert werden und Angebote anderer HCU-Masterstudiengänge oder an anderen Universitäten eingebunden werden.
Der universitäre Abschluss Master of Science Stadtplanung ist als Nachfolger des Dipl. Ing. Stadtplanung etabliert und anerkannt. Das individuelle Studienprofil, das die Studierenden im Rahmen ihres Studiums mit erwerben, wird durch die Titel der gewählten Module, der Studienprojekte sowie der Masterthesis im Abschlusszeugnis dokumentiert.
Lehre und Stadtforschung
Die Arbeitsgebiete im Bereich der Stadtplanung an der HCU sind neben der Lehre auch in der Stadtforschung aktiv. Die HCU unterstützt im Rahmen ihrer Research School verschiedene Forschungsgruppen, die ihren Schwerpunkt in der Stadtplanung haben. Auf diese Weise hat die HCU in der Stadtforschung einen besonderen Schwerpunkt, der auch in einem großen Volumen an Drittmittelforschung und einer hohen Zahl an Dissertationen in diesem Bereich zum Ausdruck kommt.
Die an der HCU stark ausgeprägte Stadtforschung kann insbesondere im Masterstudium für einen intensiven Austausch zwischen Lehre und Forschung genutzt werden: die Forscherinnen und Forscher diskutieren ihre neuen Erkenntnisse mit den Studierenden, Studierende arbeiten in Forschungsprojekten mit oder es werden Themen und Fragestellungen aus der Forschung in Studienprojekten oder Master-Abschlussarbeiten vertieft.
Blue Box und Netzwerk Stadtplanung
Die „Blue Box“ ist eine Servicestelle, die eigene Aktivitäten der Studierenden, z.B. in Studienprojekten, unterstützt und die Vernetzung des Studiengangs in der Region fördert. Angeboten wird u.a. eine professionelle Beratung insbesondere für die Herstellung von Präsentationsmaterialien und in der Arbeit mit visuellen Medien. Aufgebaut wird eine Kompetenzen-„Datenbank“ um die Verknüpfung von know how-Trägern zu unterstützen. Der Informationsdienst Neopolis informiert die Fachöffentlichkeit über die Aktivitäten an der Hochschule. Das Angebot der Blue Box wird weiter ausgebaut.
Aufgrund der knapp 30jährigen Tradition des Stadtplanungsstudiums in Hamburg gibt es eine erheb liche Anzahl von Absolventinnen und Absolventen, die in verschiedenen Arbeitsfeldern tätig sind und sich in unterschiedlichen Stufen ihrer „Karriere“ befinden. Seit nunmehr fast 10 Jahren werden in Selbst organisation vom „Netzwerk Stadtplanung“ regelmäßig Treffen mit Werkstatt berichten orga nisiert, die zu einem regen Austausch, auch über die Jahrgänge und jeweiligen Arbeitsfelder hinaus, führen. Für die Absolventinnen und Absolventen ist das informelle Netzwerk für berufliche Entwick lung interessant, für die Hochschule ist es ein wichtiges „feed back“-Forum. Die Hochschule hat be gonnen, den Austausch mit den Absolventinnen und Absolventen verstärkt zu unterstützen.
Studienort Hamburg
Hamburg, seine sehr unterschiedlichen Quartiere, die Strukturen der Stadt, ihre starke Vernetzung mit dem Umland, die Verflechtungen in der Region, deren Einzugsbereich bis weit nach Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern reicht, sowie nicht zuletzt die ausgeprägte internationale Vernetzung der Stadt, insbesondere durch Handel, Hafen und Logistik, international ausgerichtete Industrie- und Dienstleistungsunternehmen, die stark ausgeprägte Medienwirtschaft und ein reiches Kulturleben bieten vielfältige Stimulationen, Kontaktchancen und „Laborsituationen“ der räumlichen Entwicklung.
Mit der Entwicklung der HafenCity und der Internationalen Bauausstellung 2013 im Rahmen der Langfriststrategie „Sprung über die Elbe“ werden in Hamburg aktuell zwei anspruchsvolle und innovative Vorhaben verfolgt, die besonders interessante Gegenstände für das Studium im Bereich der Stadt- und Raumentwicklung bieten.













