Gernot Grabher | Arbeitsgebiet Stadt- und Regionalökonomie
Forschungsprojekte an der HCU
Projektleitung:
Prof. Dr. Gernot Grabher
Laufzeit:
02/2012 - 02/2014
Mittelgeber:
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Mitarbeiter:
Dr. Joachim Thiel
Zusammenfassung:
Das Wechselspiel von temporären und permanenten Systemen ist eines der Grundthemen der aktuellen Forschung zu einer Geographie der wissensbasierten Ökonomie. Längerfristige, vertrauensvolle soziale Beziehungen gelten als Voraussetzung für interaktives Lernen, bergen jedoch die Gefahr, die Anpassungsfähigkeit einzuschränken. Dieses Wechselspiel untersucht das Forschungsvorhaben anhand der komplexen Lernprozesse bei der Vor- und Nachbereitung eines Großereignisses, der Olympischen Spiele in London 2012. Großereignisse werden dabei als singuläre Projekte in einem permanenten Kontext konzeptualisiert. Die hier erfolgenden Lernprozesse sind gleichzeitig von ihrer Vorgeschichte und ihrer Folgezeit geprägt. Es müssen sowohl Ressourcen aus der Vergangenheit mobilisiert als auch zukünftige Herausforderungen antizipiert werden. Ziel des Vorhabens ist es zu untersuchen, wie die in die Vorbereitung involvierten Akteure und Institutionen einerseits Lernressourcen aus der Vergangenheit (Vorbildprojekte und zuvor erworbene Kompetenzen) nutzen und andererseits zukünftige Herausforderungen (die Unsicherheit des Transfers der Lernerfolge in die Alltagspraxis und die Gefahr der Einschränkung zukünftiger Handlungsoptionen) als Lernanlässe in Projektorganisation und Projektarbeit verarbeiten.
Projektleitung:
Prof. Dr. Dirk Schubert (HCU)
Prof. Dr. Gernot Grabher (HCU)
Prof. Dr. Carola Hein (Bryn Mawr College, USA)
Laufzeit:
01/2012 - 12/2012
Mittelgeber:
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Zusammenfassung:
Globale Schifffahrtsrouten und die damit verbundenen Netzwerke aus Waren, Personen und Technologien beeinflussen Städte weltweit. Ihre Anforderungen verändern nicht nur die Häfen selbst, sondern auch die Waterfront, die Gesamtstadt und die mit ihnen verbundenen Regionen. Im Rahmen dieses Forschungsprojekts soll das Zusammenwirken globaler und lokaler Kräfte analysiert und die daraus resultierenden städtebaulichen Veränderungen untersucht werden. Ziel des Vorhabens ist es, global-lokale Zusammenhänge genauer verorten zu können. Dem Vorhaben liegt dabei die Annahme zu Grunde, dass die historischen Schichten von Hafenstädten die Interaktion zwischen globalen und lokalen Netzwerken widerspiegeln und eine Analyse von globalen Anforderungen und lokalen Entscheidungen erlauben. Dabei lassen sich gewisse Konstellationen und Muster über längere Zeiträume identifizieren; diese Perioden prägen die gebaute Umwelt der involvierten Städte und materialisieren sich in ähnlichen Architekturformen und Stadtstrukturen. Durch Veränderungen in den jeweils konkreten Akteurskonstellationen sowie ökonomische und politische Einflussfaktoren ist das Wechselspiel zwischen Global und Lokal gleichzeitig beständigem Wandel unterworfen. So entstehende Bruchstellen sorgen immer wieder für Verschiebungen in den betroffenen Städten. Empirisch stehen im Rahmen des Forschungsprojekts Hamburg und Philadelphia in ihrer Entwicklung von 1850 bis heute im Mittelpunkt. Zur Bearbeitung des Themas wird die wissenschaftliche Kooperation mit Kolleginnen und Kollegen der HCU Hamburg und des Bryn Mawr College Philadelphia intensiviert bzw. neu initiiert.
Projektleitung:
Prof. Dr. Meric Gertler (University of Toronto)
Laufzeit:
01/2006 - 12/2010
Mittelgeber:
Canadian Social Science and Humanities Research Council (SSHRC)
Kooperationspartner:
Prof. Dr. Gernot Grabher (HCU Hamburg)
David Wolfe (University of Toronto)
University of British Columbia
University of Calgary
University of Ottawa
Université de Montréal
Zusammenfassung:
In der jüngeren Vergangenheit, spätestens mit den Beiträgen von Richard Florida avancierten Kreativität und die sogenannten Kreativindustrien zu archimedischen Angelpunkten städtischer Entwicklung. Mit dieser Neujustierung gerieten auch genuin urbane Qualitäten wie Diversität und Toleranz deutlicher ins Visier von Stadtpolitik. Vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen in kanadischen Städten versucht dieses Projekt Beiträge zur Beantwortung von drei Fragen zu liefern. (1) Wie belastbar sind die sogenannten Kreativindustrien als stadtökonomischer Impulsgeber oder gar Entwicklungsträger tatsächlich? Handelt es sich bei kreativen Kernbereichen vielfach um hochgradig polarisierte, kumulativ-prekäre Beschäftigungsformen oder um sogenannte Übergangsarbeitsmärkte und Transferzonen in nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten? (2) Wann schlägt Diversität und Toleranz in eine Verfestigung sozialer und stadträumlicher Segregationsmuster um? Wie kann Diversität mit gesellschaftlicher Teilhabe in Einklang gebracht werden? (3) Welche Schlussfolgerungen sind aus den Forschungsbefunden für eine diversitäts- und integrationsorientierte Stadtpolitik zu zieh
Projektleitung:
Prof. Dr. Anna Grandori, Università Commerciale Luigi Bocconi
Laufzeit:
06/2005 - 05/2008
Mittelgeber:
Italienischer Grundlagen- Forschungsfond (FIRB)
Kooperationspartner:
Prof. Dr. Gernot Grabher (Universität Bonn)
Prof. Dr. Peter Maskell (Copenhagen Business School)
Prof. Dr. Patrick Kenis (Tilburg University)
Patrick Cohendet (Université de Strasbourg)
Prof. Dr. Mark Ebers (Universität zu Köln)
Zusammenfassung:
‚Projekte’ sind keine neue Organisationsform, vielmehr gehören sie zum etablierten Repertoire an Praktiken in all jenen Sektoren, in denen es um die Kombination von unterschiedlichen Wissensbeständen zur Lösung einer komplexen Einzelaufgabe geht: die Bauindustrie, die Rechtsberatung oder die Filmproduktion etwa. In der jüngeren Vergangenheit breiteten sich Projekte weit über diese klassischen Projektindustrien aus – bis hinein in den öffentlichen Sektor. Trotz ihrer offenkundigen Vorzüge gehen Projekte mit besonderen organisationalen Herausforderungen einher, die im Mittelpunkt eines international vergleichenden Forschungsvorhabens standen: Zum einen setzt die anspruchsvolle Aufgabenstellung von Projekten ein hohes Maß an Vertrauen zwischen den Kooperationspartnern voraus; allerdings scheint ihre zeitliche Befristung durch Deadlines die Entwicklung von Vertrauen geradezu auszuschließen. Zum anderen eignen sich Projekte hervorragend, heterogene Wissensbestände zur Lösung einer innovativen Problemstellung zu kombinieren; bei der Auflösung der Projektteams nach Abschluss droht jedoch ein Verlust des zuvor erarbeiteten Wissens: Projekte lernen effektiv, allerdings ‚vergessen’ sie auch schnell. Durch den systematischen Vergleich von Projektorganisationen in unterschiedlichen Branchenkontexten gelang es der Untersuchung, (1) Mechanismen zur Bildung von „Swift Trust“ – wie etwa klare Rollen- oder Berufsverständnisse - herauszuarbeiten, die die Abwesenheit von persönlichem Vertrauen zumindest teilweise kompensieren. (2) Zudem zeigte die Untersuchung branchenspezifisch unterschiedliche organisatorische Praktiken, mit denen Unternehmen im Projekt erarbeitetes Wissen speichern und damit für Folgeprojekte nutzbar mache
Projektleitung:
Prof. Dr. Gernot Grabher (Universität Bonn)
Laufzeit:
01/2006 - 06/2008
06/2008 - 12/2009 (Folgeprojekt)
Mittelgeber:
VW – Stiftung / Columbia Center on Organizational Innovation
Kooperationspartner:
Prof. Dr. David Stark (Columbia University)
Zusammenfassung:
Die jüngere Debatte um Lernprozesse hat das analytische Interesse zunehmend von formellen organisatorischen Voraussetzungen der Wissensproduktion hin zu informellen und personellen Netzwerken gelenkt. Diese Umorientierung hat ihren wohl deutlichsten Ausdruck in der Diskussion um „Praktikergemeinschaften“ gefunden, die den zentralen Stellenwert von sich selbst-organisierenden und informellen Netzwerken zur Produktion und Speicherung von Wissen hervorhebt. An dieser Stelle setzte dieses Forschungsvorhaben an. Es zielte darauf ab, durch die Analyse der Nutzungsmuster von professionellen Blogs, Online-Netzwerken (LinkedIn) sowie virtuellen Projekträumen im Software-Cluster von Silicon Valley die zunehmende Ausdifferenzierung von persönlichen Netzwerken zu konzeptualisieren und die Rolle virtueller Technologien für diese persönlichen Lernnetzwerke empirisch auszuloten. Die Analyse lieferte dreierlei Befunde. (1) Persönliche Lernnetzwerke kristallisieren sich weniger um spezifisches Problemlösungswissen als um Know-who, das eher indirekt vielfältige Quellen von Know-what und Know-how erschießt. (2) Spezifische Nutzungsmuster sind nicht in eindeutiger und unveränderlicher Weise durch die Technologie determiniert: Nutzer lernen, Funktionalitäten verschieben sich. Die Beziehung zwischen Technologie (Blog, Online-Netzwerk, virtueller Projektraum) und sozialer Nutzungsform entspricht einer ‚losen Kopplung’; die flexible und gleichzeitige Nutzung mehrerer Technologien induziert Mutationen, generiert neue Applikationen und verschiebt Nutzungsformen auf benachbarte Medien. (3) Schließlich spielt der physische Raum nicht nur, wie vielfach belegt, in der Anbahnung und Vertiefung virtueller Kontakte eine Rolle. Darüber hinaus beziehen virtuelle Gemeinschaften ihre soziale Kohärenz sowie ihre Konventionen und Protokolle der Interaktion zu einem nicht unerheblichen Anteil aus territorial verankerten Konventionen: Der modus operandi entspricht dem locus operandi
Projektleitung:
Prof. Dr. Gernot Grabher (Universität Bonn)
Laufzeit:
01/2006 - 06/2008
Mittelgeber:
DFG - Deutsche Forschungsgemeinschaft
Kooperationspartner:
keine
Zusammenfassung:
Theorien zur Geographie von Innovationsprozessen konzentrieren sich in der Regel auf die Beziehungen zwischen Unternehmen und ihren Zulieferanten beziehungsweise auf die Beziehungen von Unternehmen mit Universitäten und Forschungseinrichtungen. Kunden und Alltagsnutzern wurde bislang kaum systematische Beachtung geschenkt. An diesem Defizit setzte dieses Forschungsprojekt an. Auf der Basis von Best-Practice-Studien zur Kundenintegration in US-amerikanischen Unternehmen lieferte es vor allem drei Beiträge. (1) Die Studie entwickelte eine systematische Übersicht über die organisationalen Praktiken, mit denen Unternehmen in unterschiedlichen Branchen- und Technologiekontexten versuchen, vor allem auch Laienwissen (von Fans, Hobbyisten, Betroffenen, Alltagsnutzern) für Innovationsprozesse zu mobilisieren. (2) Die Kollaborationsbeziehungen zwischen Alltagsnutzern und Unternehmen sind dabei keineswegs stabil; vielmehr erweisen sie sich als hochgradig dynamisch und prekär; die Beziehungen sind durch Spannungen und Konfliktlagen gekennzeichnet (etwa über die wirtschaftliche Verwertung von Ideen aus der Alltagspraxis). (3) Schließlich verändert die Integration von Alltagswissen auch die Geographien von Innovationsprozessen: langfristig (geographisch) stabile Beziehungsgeflechte zwischen Unternehmen und Universitäten bzw. Zulieferanten werden durch flüchtige und disperse Kontaktmuster mit Nutzern in der Alltagspraxis überlage










